Das Erste am Morgen ist ein Glas Tee! So beginnt in einem türkischen Haushalt der Tag. Der Tag und der Mensch erwacht damit, so wie der türkische Ausdruck für „Guten Morgen“ ~> „Günaydın“ also der Tag erwacht. Doch nicht nur am Morgen wird der Çay getrunken, sondern zu fast jeder Tageszeit und Gelegenheit. Er ist fest verankert in der türkischen Kultur. Schaut man auf die Herkunft, ist natürlich China zu nennen, denn daher kommt er ins Osmanische Reich. Es ist gar nicht so lange her. Die Osmanen versuchten erst 1888 in Bursa die Teesamen zum Sprießen zu bekommen. Das Klima dort ist aber nicht geeignet dazu. Einige Nachforschungen und Versuche später kam man auf das Gebiet an der Schwarzmeerküste. Es fällt mehr Regen als in den anderen Regionen Antoliens und es ist milder. So kam es, dass ab 1935 der erste erfolgreiche Anbau von Tee in Rize begann. Die Chinapflanze Camellia sinensis ist der Ursprung des Schwarztees, wobei Teemischungen den Charakter des Rize-Çay ausmachen. Heute ist die Türkei mit 6% am Tee-Weltmarktanteil auf Platz 5 der Tee produzierenden Länder. Der pro Kopf Verbrauch von Schwarztee liegt bei 2,3 kg. In Deutschland nur 230g, aber in Ostfriesland 2,6 kg. Was ein Zufall, denn man muss wissen, dass die Bewohner am Schwarzmeer (die Laz) sozusagen die Ostfriesen der Türkei sind. Dazu schreiben wir noch mal was längeres…

Ein Brauch bzw. zu den guten Sitten in der Türkei darf der Tee nicht fehlen. Als gastfreundliche Geste wird immer ein Glas Tee angeboten. Dabei ist es vollkommen egal, ob es der liebe Nachbar oder ein unbekannter Fremder ist. Der Besuch wird als Gast Gottes angesehen und eine Ablehnung kommt (fast) einer Beleidigung nahe. Also ruhig zum Tee bleiben und ein paar Worte wechseln. Dabei das Dedikodu nicht auslassen. 😉

Den Çay kochen

Das Ritual zum Kochen des typisch türkischen Tees ist ganz einfach. Den Tee genießt man am Liebsten zum Börek, zum Kurabiye oder mit Kek.

Zutaten und Utensilien

  • Wir brauchen auf jeden Fall ein Çaydanlık. Das ist eine Abwandlung des Samowar bzw. Semaver und lässt sich auf einer normalen Herdplatte nutzen.
  • Türkischen Schwarztee (ein TR-Teelöffel pro Glas und einen für die Teekane)
  • Teesieb
  • türkische Teegläser (falls zur Hand)

Zubereitung

  • den Tee mit lauwarmen Wasser im Demlik (Teekanne) auswaschen bzw. anfeuchten
  • das Çaydanlık mit kaltem (am Besten frischem, kalkfreiem) Wasser füllen
  • Das Demlik auf das Çaydanlık stellen, auf den Herd und zum Kochen bringen
  • Wenn das Wasser kocht das Demlik mit kochendem Wasser aufgießen
  • Kaltes Wasser ins Çaydanlık nachfüllen
  • Auf niedriger Temperatur zum Kochen bringen
  • Ins Teeglas ca. 1/3 Teesud durch das Teesieb gießen und mit heißem Wasser auffüllen


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