Die türkische Sprache wird in Deutschland besonders gerne mit dem Vorurteil belegt, dass so viele Üs enthalten sind. Das kann ich nicht so richtig nachvollziehen, aber ich bin auf einen Artikel gestoßen in dem ein Wort vorkommt, was echt viele Üs hat: Gürültülü = mit viel Krach! Kennt ihr ein anderes? Der Artikel in der SZ hat so einige Argumente, warum die türkische Sprache und Kultur so interessant und es wert ist einen näheren Blick darauf zu werfen.

Hier drei Argumente vom Fachmann. Es spricht: Christoph Neumann, Übersetzer von Orhan Pamuks „Schnee“. „Du möchtest eine exotische Sprache lernen, sie soll aber doch mit lateinischen Buchstaben geschrieben werden? Bitteschön: Du hast die Wahl zwischen Albanisch, Baskisch, Maltesisch ~ und Türkisch.“

„Stell dir vor, du bist ein Marsmensch und landest auf der Erde. Du hast nur 48 Stunden Zeit, eine Sprache zu lernen. Absolut logisch soll sie sein und mindestens ein Prozent der Weltbevölkerung soll sie sprechen. Ganz klar: Der Marsmensch wird Türkisch lernen.“

„Es ist die am wenigsten übersetzte ernstzunehmende Literatursprache. Und der türkische Roman ist so komisch. Ach, was gibt es da noch für Schätze zu entdecken.“

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. „Der Marsmensch lernt Türkisch“. Meine Freunde meinen immer zu mir, dass sie sich eher die Zunge brechen, als das die Sprache einfach und logisch wäre. Dabei sind doch sogar deutsche Wörter in die Türkei gewandert. In Ayvalik haben wir mal „Aysbergsalata“ gekauft. Ich fragte den Gemüsehändler, was den Eisberg auf türkisch heißt ~ eine verdutzte Antwort: „Der Salat heißt doch so…“ Pah!

Wie gesagt, der Artikel ist echt lesenswert! Genauso der andere mit drei jungen Münchenern türkischer Herkunft. Es sind auch Ton-Mitschnitte dabei. Dieser spricht aus meinem Herzen!

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