Gestern haben wir über unseren Twitter-Account eine Info (danke an @franzikafka) über den Milch-Skandal in Österreich erhalten. Die Firma nöm bietet exklusiv in türkischen Supermärkten seine Milch an, aber mit türkischer Beschriftung. Es steht Süt auf zwei Seiten der Verpackung und Milch auf den anderen beiden Seiten. Eine Marketing-Strategie, die auf die Zielgruppe zugeschnitten ist. Zunächst fand ich das lustig, aber als ich dann die Kommentare in den verschiedensten Online-Nachrichten gelesen habe, war ich erstaunt. Im derStandard.at sind es (heute) schon fast 3000. Innerhalb von einem Tag. Unfassbar.

Aus meiner Sicht ist es der richtige Schritt die Zielgruppe zu bedienen. Denn es ist ja nicht einseitig, sondern bilingual. Beide Sprachen sind auf der Verpackung abgebildet, so wie wir leben – mit zwei Sprachen, zwei Kulturen und zwei Herzen. Wir sprechen beide Sprachen (dabei ist es egal, ob deutschtürkisch, deutschgriechisch, deutschkroatisch, deutschkroatisch etc.) zuhause und in unserem Freundeskreis. Wir leben unsere Kulturen aus, in dem wir zuhause Tee kochen und auf der Arbeit Kaffee trinken. Wir halten beim Fußball zu unserer Heim-Nationalmannschaft (Deutschland) genauso wie zur Türkei.

Außerdem ist eine große Hilfe für Eltern, die ihren Kindern beide Sprachen mitgeben möchten. Somit hat man lebendige Beispiele im Alltag, an denen man differenziert Türkisch und Deutsch lernen kann. Das gilt genauso andersherum für Türken, die weniger Deutsch sprechen und Deutsch lernen wollen. Könnte ich gezielt weitere Produkte im türkischen Supermarkt kaufen, um die Zwei-Sprachigkeit zu fördern würde ich dies tun.

Also nöm hat alles richtig gemacht und die Zielgruppe perfekt angesprochen.

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