So wie es Fatih Akin mit dem Film „Crossing The Bridge“ gelungen ist die mannigfaltige Musikkultur der Türkei in Istanbul zu zeigen, so ist es auch Gabi Kopp gelungen in ihrem Buch aufzuzeigen wie vielfältig und unerwartet komplex die türkische Küche ist.
Statt der 0815-Gerichte (Köfte, Börek, Imam bayildi…) die man in jedem türkischen Kochbuch finden kann, sind hier viele regionale Kostbarkeiten zu finden, die selbst Kenner wie uns erstaunen. Wer kennt Paponi von der Schwarzmeerküste? Hier erfährt man es. Toll, klasse! Was sehr hilfreich für den Leser ist, ist deshalb auch die Illustration der türkischen Landkarte mit seinen Städten und den Regionen.
Gespickt ist das Kochbuch mit kleinen Geschichten der Personen die ihre Schätze, bzw. ihre teilweise mehrere Generationen überlieferten Gerichte preisgeben. Das mazedonische Ehepaar mit einem „Kaymakçi“ Laden, die sephardischen Juden mit ihrer „Home Bakery“, der Straßenhändler oder aber auch die Hausfrau aus der Schwarzmeer Region…..jeder verrät mit seinen Gerichten auch ein kleines Stück von sich selbst und über die Stadt die zwei Kontinente miteinander verbindet. Der alphabetisch geordnete Glossar und die kurze Marginalie zur Aussprache bereichern dieses Buch ungemein. Die Buntstift-Zeichnungen sind teilweise sehr naiv, detailreich und fangen die wichtigsten Elemente rund um die Zubereitung gut ein. Ich habe vieles aus der Küche der Menschen wiedererkannt und mich heimisch gefühlt 🙂
Rundum kann man sagen, wer die türkische Küche und Kultur kennt, sie noch besser und anders Kennenlernen möchte, sollte dieses Buch näher unter die Lupe nehmen.

Von uns ein Daumen hoch und afiyet olsun – Guten Appetit  🙂
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