Wer hätte das gedacht? Die in aller Welt beliebten und leckeren Köttbullar sind türkischer Herkunft. Das Möbelhaus IKEA hat sie in der ganzen Welt berühmt gemacht. Wie können sie türkisch sein? Ein türkischer Artikel klärte mich auf…

Laut einer Überlieferung aus dem 18. Jahrhundert war es König Karl Gustav XII. der die türkischen Frikadellen nach Schweden gebracht hat. Der König war in den Jahren 1709-1714 im osmanischen Reich zunächst auf der Flucht und dann in Gefangenschaft unter Ahmed III. Zunächst floh er verletzt in die Stadt Bender und kurierte sich in der gleichnamigen Burg. In den türkischen Geschichtsbüchern nannte man ihn ‘Demirbaş Karl’ (Eisenkopf Karl). Ob das an seinem Hang zu Schach oder an seinem Helm lag ist die Frage… Durch seine Intrigen entfachte sichauch ein Krieg zwischen Russen und Osmanen so dass Karl in Bender gefangen gehalten wurde. Beider erzwungenen Entlassung reiste er in einem 15-Tage-Gewaltritt bis hoch nach Schweden und wurde umjubelt empfangen.

In den 5 Jahren hat er die türkische Küche kennen und lieben gelernt. Er führte in die schwedische Küche neben lahana dolması (Kohlrouladen) auch die türkischen Fleischbällchen Köfte ein. Mit der Zeit hat sich die Rezeptur geändert und es entstanden die leckern schwedischen Köttbullar. In der Grundrezeptur ähnelt es Köfte bis auf das Einweichen der Semmelbrösel oder Brot in Milch bzw. Sahne. Außerdem verzichtet man auf Kreuzkümmel (kimyon).

Die Köttbullar haben also türkische Wurzeln und sind heute schwedische Frikadellen. Beim nächsten Verzehr werde ich in Erinnerung an Demirbaş Karl danken.

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