Am 7.3.2011 war der Maus-Tag. Schon 40 Jahre flimmert nun die Kindersendung über die deutschen Fernseher und sie hat mich in meinem Leben regelmäßig begleitet. Sonntag morgens mit meinen Eltern auf der Couch sitzend und gebannt auf die Lach- und Sachgeschichten gewartet war es immer wieder ein neues Erlebnis. Auch heute noch schaue ich gerne (hier die Podcasts)! Google hat die Maus zum Jahrestag mit einem Doodle gehuldigt. Wir machen das mit unserer ganz persönlichen Interpretations-Illustration. Ein Fes symbolisiert für uns das kultige Intro mit der Ansage in zwei Sprachen. Zu Beginn hatten die Macher „Moderator“ und Erfinder Armin Maiwald sowie Christoph Biemann die Idee der zweisprachigen Vorspänne:

Das geht zurück auf die Zeit, als die ersten „Gastarbeiter“ mit ihren Familien nach Deutschland kamen. Wir wollten den Kindern dieser Familien die Chance geben, zumindest zu verstehen, um welches Thema es in der jeweiligen Geschichte ging, selbst wenn sie den gesamten deutschen Text (noch) nicht verstanden. Und so waren die ersten Fremdsprachen auch die der ersten „Gastarbeiter“-Generationen: italienisch, spanisch, portugiesisch und (damals) serbo-kroatisch.
Diese fremden Sprachen machten auch den deutschen Kindern Spaß, sie rätselten, zu welchem Land die denn gehörten. Diese Vorspänne bekamen eine Eigendynamik. Viele Kinder schrieben, warum macht Ihr das denn nicht auch mal in polnisch (als Beispiel), und so wurden im Laufe der Jahre aus den ursprünglichen vier fast alle Sprachen der Welt, von Khisuaheli über Latein, Luxemburgisch, Russisch, bis hin zu Chinesisch. (Quelle: Flashfilm)

Die Gastarbeiter waren also „schuld“ daran, dass bei jedem Vorspann jeder in der Familie versucht die Sprache zu erraten. Da soll mal einer sagen, dass Deutschland nicht mit unterschiedlichsten Kulturen geprägt wird. Die Maus macht es uns seit 40 Jahren vor!

Was ist denn nun meine Muttersprache?

Wobei wir bei meinem persönlichen Thema sind. Welche Sprache bringe ich meinem Kind zuerst bei? Deutsch oder Türkisch? In der Misere bzw. vor dieser Aufgabe stehen wir gerade. Im Vorfeld unterhält man sich darüber, diskutiert, fragt Freunde. Alle sind sich einig, dass zwei Sprachen auf jeden Fall wichtig sind. Paare, bei denen der einzelne aus einem Kulturbereich kommt, ist das einfacher. Einer spricht Deutsch, der ander Partner Türkisch mit dem Kind. Die Kinder können das sehr gut auseinanderhalten und entwickeln eigenständige Sprachzentren (oder liebe mitlesende Sprachwissenschaftler??). Aber wie machen wir das? Beide in Deutschland geboren, beide mit einem guten Deutsch wie auch Türkisch in Wort und Bild. Was ist unsere „Muttersprache„? Ganz ehrlich, ich weiß es nicht. Meine Eltern haben mit mir Türkisch gesprochen, jedoch haben sie mir auch regelmäßig aus Pixi-Büchern vorgelesen. Tagsüber war ich bei einer deutschen Tagesmutter, beim Abendessen haben wir das Besteck auf türkisch gesagt. Daher halten wir es heute auch so, denn es hat wunderbar geklappt! Das einzige Problem, das wir haben ist der Ethnolekt. Wir mischen die Sprachen automatisch, wenn unser Gegenüber dieselbe Fähigkeit besitzt. Dann kommen so Sätze raus wie: „Montag günü sinemaya gidelim“ oder „Gibst du mir mal das Makas?“  Das versuchen wir gerade zu vermeiden und das ist verdammt schwer! Wer kann da mitfühlen? Wer hat die gleichen Erfahrungen?? Wir üben es jeden Tag, jede Stunde, jede Minute. Der Satz darf nur in einer Sprache sein. Da kommt die Diskussion vom ZDF heute Abend gerade recht.

ZDF log in (giriş yap)

Die Sendung LogIn lebt von den Beiträgen der Zuschauer und wünscht sich Fragen:

Türkisch first? – Wie viel „Deutsch“ braucht die Integration?

Der türkische Premier fordert: Einwanderer-Kinder sollen zuerst Türkisch sprechen. Schadet das der Integration? Oder hat das auch Vorteile? Sag uns deine Meinung und stell deine Fragen zum Thema! Am 09. März ab 21.45 Uhr gibt es die von Antworten Ekin Deligöz, stellvertretende Vorsitzende der Grünen Bundestagsfraktion – im ZDFinfokanal und hier im Netz.

Also dann lasst uns mal direkt mitmachen. Ich weiß schon, was ich fragen werde.

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