Letzte Woche waren wir in Istanbul, unsere Familie besuchen. Mit Kind und Kegel sind wir geflogen und haben ein paar Eindrücke gesammelt. Wir waren nicht so sehr auf Sightseeing, weil wir uns mehr auf den Familienbesuch konzentriert haben. Daher hier unsere Eindrücke als Fotos und Videos (falls ihr sie noch nicht auf unserem TwitPic-Kanal gesehen habt):

  • Ayvalık Tost
    ein „neues“ klassisches Fast-Food in der Türkei. Weißbrot-Toast wird gereicht mit türkischem Kaşar (ein weicher, goldfarbiger, cremiger Käse aus Schafs- Kuh- oder Ziegenmilch. Dieser wird traditionell in Griechenland, Bulgarien und in der Türkei produziert. Der Käse reift mindestens sechs Monate, hat keine Rinde und nimmt nach einiger Zeit bei Raumtemperatur eine butterartige Konsistenz an. Auch der Geschmack erinnert an Butter). Dazu noch Sucuk und saure Gurken. Garniert mit Pommes und Ketçap und Mayonez. Der Name Ayvalık kommt durch die Stadt, in der es seinen Ursprung hat. In dem Gebiet in der Nordägäis schmeckt der Weizen besonders gut und ist einer der lokalen Spezialitäten. Erfunden wurde er Anfang der 80′ er Jahre von Ali Dutlu (Quelle). In Istanbul und auch in der ganzen Türkei ist es ein immer verbreiteter Snack! Lecker!
  • Bücher
    Für unsere Weiterbildung haben wir natürlich auch was getan. Wenn man in Istanbul Bücher kaufen möchte, dann sollte man direkt beim Kapali çarsi in die Sahaflar Çarşısı einbiegen. Dort sind Antiquare wie auch Buchhändler zu finden. Auf dem Platz ist auch eine Büste des ersten osmanischen Druckers (İbrahim Mütefferika). Wir haben zwei Bücher dort gekauft. Die Rakı Ansiklopedisi (ein dicker Schinken über den türkischen Anisschnaps und seine Kultur) und Aşçının Kitabı (ein Sammelsurium an Rezepten eines Schul-Kantinen-Kochs von 1914).
     
  • Tepe Nautilus
    Was es wirklich wie Sand am Meer gibt, sind Shopping-Malls. Man fährt ein paar Kilometer in die eine oder andere Richtung in Istanbul und schon sieht man mal wieder einen Riesen-Komplex. Wir haben im Tepe Nautilus zum Mittag gegessen. Das Günaydın hatte leckere Hausmannskost und Kebap-Spezialitäten. Ich habe mir einen einfachen Dürüm-Döner gegönnt. Nur Fleisch und Pommes – das ist klassischer ‚Auf-der-Hand-Döner‘ in der Türkei. Zum Essen gabe es auch Kekik und Pul Biber aus der Tüte. Bräuchten wir auch in Deutschland, oder? Dann noch ein schönes Buch über die Süßspeisen-Kultur (Gülbeşeker) ergattert – faszinierend. Beim abschließenden Kaffee im Starbucks haben die meinen Namen auch falsch geschrieben. Da hilft es auch nicht Türke zu  sein… Meine persönliche Empfehlung ist das Ladengeschäft von Paşabahce. Geteilt in einen kunstvollen Bereich mit limitierten Glas-/Keramik-Kreationen und geschmackvollen Küchen-Utensilien.
       
  • Türkische Küchen-Utensilien
    Im Kapali Carşı und im Mısır Carşısı waren wir dann auf Utensiliensuche. Leider waren die Preise unverschämt. Daher haben wir uns auf die Läden drumherum konzentriert. Da sind wir auch gut fündig geworden. Tahta Kaşık, Şişler, Tatlı Servis, Ehlikeyif und ein Çaydanlik. Bei einem Zwischenstopp in einem Restaurant über dem Mısır Carşısı, haben wir ein wenig die Ruhe gesucht und gefunden. Als Mittagessen gab es Hünkar Beğendi und Bamya, inklusive Blick auf die Galata-Brücke.
       
  • Kadıköy-Salı Pazarı
    Jeden Dienstag gibt es in Kadıköy den traditionellen Dienstags-Bazaar. Hauptsächlich Textilien, ein wenig Trödel und Lebensmittel sind hier zu finden. Das gemeine Volk ist rege unterwegs. Wir haben hier einen schönen Çaydanlik erworben.
  • Aile Sofrası – Essen mit der Familie
    Zum Ende der Woche haben wir dann mit unserer Familie im kleinen Kreise zu Abend gegessen. Anbei noch ein paar Eindrücke vom gedeckten Tisch.
     
  • Essen gehen
    Wie gesagt, sind wir hier und da Essen gegangen und es ist meistens ein Genuss. Leider muss (wirklich MUSS) ich diesmal eine ganz große Kritik loslassen. Wir wollten mit Familie genüsslich einen Iskender Kebap essen. Das ist so, wie wenn man in Deutschland gut bürgerlich essen gehen möchte. Man weiß ungefähr wie es schmecken sollte und freut sich dementsprechend darauf. Ein Iskender Kebap ist Döner-Fleisch in langen Streifen hauchdünn geschnitten auf frischem Pide und bedeckt mit Salça-Soße und geschmolzener Butter. Als Beilage Yoghurt. Das Wasser läuft mir schon beim Gedanken im Mund zusammen. Wir waren dann im Konak auf der Istiklal Caddesi. Ein renommierter Schuppen angeblich. Unsere Kebaps waren miserabel. Fleisch fettig, das Pide schwamm in der Soße und unfreundliches Personal. Also bitte verlauft euch nicht dorthin. Meine persönliche Erfahrung.

Istanbul ungeschminkt

Während meiner Fahrten durch Istanbul war ich ein Hinten-im-Auto-Sitzer. Hat sich so ergeben. Aber irgendwie war die Sicht für mein ungewohntes Auge anders. Man hat doch viel mehr von den normalen Menschen und den üblichen Geschäften gesehen, als wenn man vorne die Fahrersicht hat. Darum habe ich spontan die Kamera eingeschaltet und auf einen neuen Youtube-Kanal hochgeladen. Einfach ungeschminkte Eindrücke aus Istanbul. Es ist auch ab und an eine Beifahrer-Sicht dabei. Hoffe es gefällt euch. Weitere Videos folgen noch….

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