Lanz kocht türkisch?!

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Lanz kocht türkisch?!

Gestern Nacht hab ich mal wieder “Lanz kocht” geschaut. Es ist eine Koch-Sendung in der die Unterhaltung zwischen den Star-Köchen und dem Moderator im Vordergrund stehen. Das Interior besteht meistens aus Lafer, Schuhbeck, Lichter usw. Doch gestern war es ein wenig anders, denn der einzige türkische Starkoch aus Deutschland Ali Güngörmüş war da (sein Restaurant Le Canard ist in Hamburg). Das Thema des Abends war der Jahreszeit angepasst Urlaubsträume. Was braucht man dann – natürlich einen Türken, denn die Türkei ist bekannterweise unter den ersten 10 beliebtesten Urlaubsländern der Deutschen. Aber Ali hat nicht unbdedingt seine Herkunft in den Vordergrund spielen wollen, was ich auch gut finde, denn es geht ums Kochen! Bei seiner Kochkunst begeistert der in Tunceli geborene Starkoch immer wieder mit einem Hauch von orientalischen Zutaten. Wer hat denn schon Rakı in seine Kreationen gemischt? Ali hat es. Auch in Ali Güngörmüs – Das Kochbuch. Aber kommen wir zum gestrigen Abend.

Ali präsentierte einen Passionsfrucht-Margarita und bereitet ihn auch direkt dort zu. Herr Lanz begrüßte Ali mit der Frage: „Wir begrüßen Ali Güngörmüssss – ist das richtig ausgesprochen?“ – Ali wackelte mit dem Kopf und meinte ganz trocken: „Es heißt Güngörmüs“ –  ääähhmmmm Hallo Ali??!!  Wo hast du dein Ş (in deutsch sch gesprochen) gelassen? Schade, dass du deinen türkischen Namen nicht korrekt aussprechen willst. Warum? Herr Lanz hat doch explizit danach gefragt… Über fehlt dein Ş…

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Künefe – gebacken bei uns in der Hausküche

Wie schon erwähnt kocht Ali mit orientalischen Zutaten als feine Nuance. Er hatte gestern Kadayıf (oder auch Kataifi genannt) mitgebracht und wickelte damit Ananasstückchen ein – sehr rafiniert. Kadayıf benutzt man in der türkischen Küche meistens zu Süßspeisen wie z.B. Künefe, Tel Kadayıf oder Burma Kadayıf. Wenn ihr wissen wollt, wie der aus Weizen und Wasser hergestellte Teig geformt wird, kann das hier gut sehen. Übrigens wird es auch Engelshaar oder Enegelslocken genannt. Kaufen könnt ihr es in griechischen oder türkischen Supermärkten. Entweder frisch in der Kühltheke oder abgepackt beim Brot.

Zu guter Letzt begutachten die Köche ihre Kreationen gegenseitig. Da Ali das Dessert serviert, kam er als letztes dran. Die erste Meinung kam von Steffen Henssler: „Altteer – krasse Fressen Altderr – Respekt!“ Das Publikum johlt. – Na danke! Schön wieder auf Türken-Kanak-Sprak runtergestuft – weil ist ja der kleine Türke… Schade schade Herr Henssler. Das Nivau ist dann doch echt flach!

  • Lieber Ali – mach bitte weiter so mit deinen tollen Kreationen, aber lass auch ruhig den Türken raus und steh dazu!
  • Liebes Publikum – mit Türken kann man auch Deutsch sprechen! Wirklich!

Wer sich noch die ganze Sendung anschauen möchte: Lanz kocht – Urlaubsträume

By | 2016-10-21T22:24:16+00:00 Juli 9th, 2011|Migration | uyum, göç, TV|11 Comments

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Foodblogger, Designer, PreMedia-Coach und Hausmannskoch Alle Artikel von Orhan
  • Ayse

    Ist doch egal, wie er seinen Namen ausspricht. Du kannst doch mit deinem ç auch machen, was du willst.

    • Orhan Tançgil

      Da hast du im Prinzip Recht. Klaro kann jeder seinen Namen definieren wie sie/er möchte. Aber hier ist Ali eine öffentliche Person und wird als Türke gesehen. Egal wie er seinen Namen auch verdeutscht. Daher finde ich es wichtig, dass öffentliche Personen (Türken in Deutschland) auch zu ihrem türkischen Namen stehen. Das wünsch ich mir!

  • Fasoaga

    Eben es ist nicht egal, würde sich ein Herr Käsemann als Kasemann vorstellen? Bestimmt nicht.

  • Ayse

    Sprache ist ständig im Wandel Orhan. Und Herr Käsemann könnte im Ausland mit der Zeit auch Herr Kasemann werden. Besonders gut sieht man das z,B. in den USA, da sagt auch keiner mehr Schmidt sondern Smith. Auch Deutsche sprechen ihren Nachnamen z.B. im englischen auch anders aus. Jedermann (ob Türke oder nicht) hat das Recht seinen Namen so auszusprechen wie er will. Wenn du darauf Wert legst wie in deinem älteren Artikel unter http://xn--kochdichtrkisch-7vb.de/2010/03/19/schreibdichturkisch-oder-warum-das-weiche-g-fast-stumm-ist/ dass jeder Türke seinen Namen richtig schreibt (und spricht) dann ist das für deine persönliche Meinung in Ordnung. Aber BESTIMMT NICHT richtig für jedermann. Ich finde es absolut falsch Herrn Ali Güngörmüs dafür anzukreiden.
    Ich finde da gibt es kein richtig oder falsch.

    • Orhan Tançgil

      Liebe Ayse, natürlich ist Sprache im Wandel. Begrifflichkeiten wie z.B. Computer wandern von einer Sprache in die andere. Das kann auch bei Namen passieren. Aber zur Zeit, in der wir Türken in Deutschland ein neues Selbstbewusstsein definieren, finde ich es sehr wichtig, dass unsere Namen in Ihrem Ursprung original bleiben. Auch für unsere Kinder, die hier geboren sind.
      Daher ist es auch wichtig, öffentliche Personen, wie Herrn Güngörmüş darauf aufmerksam zu machen. Sie sind Vorbilder. Seine Küche finde ich übrigens hervorragend!
      OK? Ayşe!

  • Fasoaga

    Liebe Ayse, natürlich darf jede/r seinen Namen so verunstalten wie er/sie möchte. Aber in einer öffentlichen Sendung wo es explizit um die türkische Küche und damit auch die Sprache geht, sollte man mehr darauf wert legen wenigstens seinen Namen türkisch auszusprechen. Ob Herr Güngörmüs sich in Amerika bei einem neuen Arbeitgeber als Gungormus, was im übrigen wahrscheinlich schlimmer und lächerlicher wäre, vorstellt oder als Güngörmüs wäre seine private Angelegenheit. Das ist aber im Fernsehen nicht der Fall, besonders wenn es wie o.g. um die Türkei geht.
    Es kann doch nicht sein das man sogar seinen Namen so assimiliert damit auch ja die lieben deutschen das verstehen oder akzeptieren, es würde ein besseres Wort dafür geben, aber das passt hier nicht rein.

    Wenn es eine ähnliche Sendung in der Tükei geben würde, wie würde sich der Koch Käsemann da wohl vorstellen? Oder hast du schon mal einen Franzosen gehört wie er seinen Namen verdeutscht? Bei einem Franzosen, Spanier usw. wird es akzeptiert, wieso nicht bei einem Türken?

    Stellst du dich als Ayse mit S vor?

    Ich habe die Sendung nicht gesehen, daher möchte ich nichts dazu schreiben, aber ich hätte an dem Zeitpunkt ausgeschaltet wo der Koch sich als Güngörmüs mit S vorgesltellt hätte. Das wäre dann nicht mehr sehenswert für mich.

    • Orhan Tançgil

      Hey,
      besser hätte ich nicht argumentieren können! Danke!!

  • Fasoaga

    Vor allem wie sollen es die die nicht Türkisch können lernen, wenn wie es ihnen auch noch falsch sagen?

    Konsequent von Anfang an das was deutsch ist auf Deutsch und das was türkisch ist auf Türkisch zu schreiben und zu reden ist das Natürlichste, alles andere ist “kuddel muddel” oder “Tarzanca”.

  • Mika

    Ich finde es auch wichtig, dass man zu seinen Namen stehen sollte und es auch entsprechend aussprechen sollte. Bei uns ist es leider auch so, dass mein Mann unseren Nachnamen verdeutscht ausspricht und ich eben nicht. Die Ursprungsdeutschen sind sehr wohl in der Lage die Namen entsprechend auszusprechen, wenn auch etwas holprig – aber auch das nur am Anfang, später gelingt ihnen das auch wesentlich besser!

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