Egal, ob religiös oder nicht. Mitmachen ist einfach ein Muss! Doch anders als in der Türkei oder zu Weihnachten in Deutschland, kommt die Stimmung hier nicht so richtig auf, zum Teil weil alle arbeiten oder die Eltern nicht mehr in Deutschland leben. Zum Opferfestwerden Freunden, Verwandten und Nachbarn Feiertagsbesuche abgestattet. Die Besuche sind kurz, aber dafür breitflächig. Die Kontakte werden aufgefrischt und da schon die Nächsten warten, werden klein portionierte Desserts verspeist. Damit bei den gegenseitigen Besuchen nicht allzuviel Chaos herrscht, ist es Tradition, dass die Jüngeren die Älteren besuchen. Schließlich hat man ja auch vier (beimZuckerfest drei) Tage Zeit, um auch jeden abzuklappern.

 

Das Kurban Bayramı-Fest ist auf eine Überlieferung des Propheten Abraham zurückzuführen und ist sowohl in der Bibel als auch im Koran nachzulesen. Es symbolisiert die Dankbarkeit für Gottes Barmherzigkeit und hat deshalb viele soziale Komponenten. Ein Drittel des geschlachteten Fleisches (Lamm, Schaf, Rind…) wird an Arme, an Waisenhäuser oder andere Hilfsbedürftige verteilt. Ein weiteres Drittel wird während der Hausbesuche an Nachbarn und Freunde verteilt und der Rest dient zum eigenen Verzehr. Die Bayramfeste – also auch das Zuckerfest – sind immer auch ein Aufruf zur Großherzigkeit und zur Versöhnung unter verstrittenen Freunden, Familienmitgliedern oder Nachbarn. Auch hier gilt: Der jüngere Streithahn macht den ersten Schritt. Für den älteren Streithahn heißt es diesen Schritt zu würdigen, denn es gilt als unverzeihlich und ist äußerst verpöhnt an so einem Tag, eine ausgestreckte Hand wegzuschlagen.

In der Türkei ist das Fest überall zu sehen, hören und zu riechen. Die Stadtviertel werden bunt geschmückt, überall wird musiziert, man grüßt selbst Fremde auf der Straße, gratuliert Ihnen zum Fest und große Kinderfeste werden organisiert, denn diese stehen, wie bei allen Bayramfesten, im Mittelpunkt. Sie bekommen kleine Geldgeschenke und werden neu eingekleidet. Dieses Straßenbild finden Sie in Deutschland nicht.

Doch damit auch hier die großherzigen Wellen schlagen, wäre unser Rezeptvorschlag für einen vollen Genuss des Opferfestes, die nicht-türkischen Nachbarn einzuladen und die Köstlichkeiten und das frisch geschlachtete Fleisch gemeinsam zuzubereiten. Übrigens weist das islamische Religionsgesetz darauf hin, dass der Anteil des Nachbarn auch an einen christlichen oder jüdischen Nachbarn weitergegeben werden kann.

Alle feiern

Eine andere Möglichkeit das Fest miteinander zu teilen, wäre einfach beim türkischen Nachbarn anzuklingeln oder Kollegen bei der Arbeit ein frohes Opferfest zu wünschen! Eine kleine Hilfestellung: Der Glückwunsch „gesegnetes Fest“ zu diesem Anlass heißt auf türkisch „Bayramınız mübarek olsun“ und auf arabisch „Id mabruk“.
  • 2013 Jahr fällt das Opferfest auf die Tage 15.–18.10.2013
  • 2014 Jahr fällt das Opferfest auf die Tage 04.–07.10.2014

 

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