IMG_2050Die Biofach-Messe 2014 in Nürnberg nahm ich zum Anlass für eine Reise in die schöne Lebkuchen-Hochburg. Am Abend der Anreise war ich dann zu Besuch bei einem Freund, den ich bisher nur über Facebook kannte und noch gar nicht persönlich erlebt hatte. Jedoch hatten sich vorher schon unsere Gedanken und Sichtweisen zu türkischer Kochkultur immer wieder gekreuzt. Cenk Aksu ist Besitzer und leidenschaftlicher Koch des Lavash. Ein Restaurant welches sich zur Aufgabe gemacht hat die Kunst der türkischen Küche geschmackvoll zu präsentieren ~ bildlich wie köstlich. Cenk kredenzte mir als Meze eine Beyazpeynir-Yoğurt-Creme mit einem Hauch Rakı begleitet von einem Auberginen-Salat, dazu natürlich Pide und selbst gemachte Lavas. Sehr feine Geschmacksnoten stimulierten meinen Gaumen und wurden von einem  Vinkara Quattro kirmizi begleitet. Als warmes Meze gab es dann knusprige Paçanga Börek, gefüllt mit Pastırma und Kaşar, umhüllt mit einer Knusperpanade ~ der deftige Teil war nun perfekt abgestimmt. Nach lange Gesprächen über unser beider Herkunft gesellten sich auch die Kollegen vom Service und der Küche dazu. Sehr familiär wie auch hier mit den parallel verweilenden Gästen umgegangen wird. Cenk hat dann zwischendurch die Hauptspeise zubereitet und ich kostet das Tischpaar Olivenöl und Nar ekşisi. Der Hauptgang war dann ein typische osmanische Speise: sautierte Klabshüftstreifen mit getrockneten Aprikosen, Mandeln und Korinthen serviert in der Kupferpfanne im Lavaş-Brot. Lecker!! Wenn ihr also mal in Nürnberg seit dann lohnt sich definitiv ein Besuch, bestellt einen Gruß von Orhan. Wer auch mal in unserem Kochbuch blättern möchte, der kann es dort vor Ort auch gerne tun. Danke Cenk!!!

Eindrücke von der Biofach 2014

karmakitchen, KochDichTürkisch, FoodUp

Am Freitag schlenderte ich also gemeinsam mit Denise (foodup.de) und Martin (Karmakitchen.de) in die Messehallen der Frankenmetropole. Hier trifft sich weltweit alles was Rang und Nahmen hat wenn es um die Themen Bio, Nachhaltigkeit, vegetarisch, vegan etc. geht. Als Fühstücksveranstaltung waren wir eingeladen zum Bloggertreffen und trafen gute Bekannte wie z.B. Wurstsack alias Hendrik. Nach eine kurzen Vorstellungsrunde gab es dann einen Vortrag zu Videobloggingç

Was machen die Türken auf der Biofach?

Sie sind schon seit Beginn an dabei und beliefern viele deutsche Unternehmen als Produzenten von Bio-Rohstoffen wie z.B. Bulgur, Linsen, Gewürzen etc. Mich interessierten aber Anbieter, die die herkömmlichen türkischen Zutaten anbieten, die wir für unsere türkischen Rezepte brauchen wie z.B. Salça, Tahin, nar ekşisi, Olivenöl etc. Zunächst bin ich aber bei Çaykur hängen geblieben, dem Hauptproduzenten für türkischen Tee in der Türkei. Für den verkosteten Bio-Tee aus Rize habe ich dann doch noch 3x Nachschank genommen ~ ein wenig stärker als sonst, aber trotzdem köstlich! Mal sehen wann es die Pakete im Regal gibt. Desweiteren habe ich dann zwei weitere Unternehmen entdeckt, die eine breites Spektrum abdecken. Sie haben fast alles im Angebot für türkische Bio-Produkte und arbeiten mit ca. 200 zertifizierten Bauern in der Türkei zusammen. Den restlichen Tag habe ich einfach Eindrücke gesammelt und kann nur sagen, dass Bernd von Tofutown mich beeindruckt hat. Er hat nicht nur leckere vegane Cremes, sondern auch einen Wurst-Prototypen dabei gehabt, der eine herrliche Wortspielerei an den Tag legt. In Anlehnung an eine deutschs Wurstprodukt findet sich da nun der „Ausländer“ ~ so wie sich halt die Tofu-Wurst zwischen den Fleischprodukten fühlt. Ich musste dann mit meinem zufällig angezogenen KochDichTürkisch-T-Shirt „Doyçländer“ kontern, denn dass ist genauso eine Wortspieler die mit dem Begriff „Almancı“ spielt, der frei übersetzt Deutschländer bedeutet. Ich krieg jedesmal ein Grinsen wenn ich das Foto anschaue!!!

Ausklang im Essigbrätlein mit bereichernden Bekanntschaften

Am Abend durfte ich mich mit einigen Persönlichkeiten treffen, die alle eine ähnliche Leidenschaft an den Tag bringen, wie wir es jeden Tag versuchen. Denise (Foodup.de) brachte uns alle zusammen, Sophie fotografiert wie verrückt wundervoll angerichtete Speisen (cucinapiccina.de), lenis.de kümmert sich um Bio-Kaffee seit über 4 Jahrzehnten, Thomas steckt hinter genusshandel.de und vertreibt besondere Produkte, die man eher in einer kleinen Metzgerei oder entfernten Bauernhof finden würde, aber nicht im Supermarkt! Michael Gliss ist der erste Kaffeesomelier und war bei der Olivenölverkostung auf der Biofach als Juror dabei. Jörg testet Produkte und Dienstleistung und gibt professionelles Feedback ohne den Besserwisser raushängen zu lassen, denn Berater haben es in allen Branchen nicht einfach. Thomas lebt eigentlich in Uganda/Afrika und baut Kakao und Vanille an. Das Menü im Essigbrätlein (2 Sterne) hatte hinsichtlich der vegetarischen Noten an meinem Gaumen eine Geschmacksexplosion ausgelöst. Klasse! Die Taube hat mich aber leider nicht überzeugt. Trotzdem ein runder Tag und Abend, an dessen Inspirationen ich noch lange zehren werde.
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