Huhu, hallo Gutmensch, sehen Sie mich? Ja genau hier drüben. Ich bin es, der nette Türke aus dem Internet, der Ihnen zeigt, wie man Weinblätter füllt oder Tee aus Gläsern trinkt, die nach vollschlanken türkischen Sängerinnen benannt sind.

Ich bin es, der Deutsch-Türke, der hier in Deutschland zwar gelernt hat wie man schonend Spargel kocht, aber selber „schonungslos“ zur Verantwortung gezogen wird, sobald ein neues Buch zu vermarkten ist, in dem endlich einer sagt, was viele in Deutschland anscheinend über Türken sagen möchten, aber zwischen Döner-Rausch und Mesut Özil irgendwie nicht dazu kommen.

Wir Türken, wir können doch eh nur fordern. Was fällt uns eigentlich ein, einen Verlag zu gründen, ein Kochbuch zu veröffentlichen, um dann von euch Deutschen zu verlangen – euch geradezu zu nötigen – in Deutsch beschriebene Hausmannskost aus der Türkei nach zu kochen.

Gut für euch, dass es „den mit dem Reis“ gibt. Der weist euch darauf hin, dass nur ihr die seid, die geben und wir, wir nehmen nur. Er ist so nett und klärt euch auf, dass eure Kultur kurz vor der Ausrottung steht und ihr in Kürze als Sklaven den heiligen Türken von Deutschland dienen müsst. Nennen Sie mich also schon einmal Messias und essen Sie ein Schnitzel weniger im Monat, dann wird der Übergang leichter.

 

Sind die Katzen aus dem Haus, kommt der Türke auf den Tisch

Gut dass „der mit dem Reis“ all das mitteilt – natürlich gegen einen moderaten Kaufpreis für sein neues Buch, öffnet er seinem Deutschland die Augen. Er liebt dieses Land und nicht nur Katzen. Warum er seine Aufklärung nicht kostenfrei per Roadshow auf den Straßen der Republik per Megafon und Deutschlandlied betreibt? Glauben Sie, dass es einfach ist, bei einem Glas türkischen Tee, Abneigung so in Worte zu fassen, dass sie nicht fälschlicherweise als Volksverhetzung eingeordnet werden könnten? Nein, das ist harte Autoren-Maloche von einem aus der anti-türkischen Resistance, die auch bitte mit harten Euros bezahlt werden muss oder zumindest mit Kreditkarte oder PayPal bei Amazon.

Vor allem dann, wenn die Katzen seit Jahren aus dem Haus sind (Vorsicht: Anspielung!) und die einmalige Chance besteht das Deutschland der 60er Jahre zurückzuholen. Mit grünen Wäldern, schmutziger Energie, Sklavinnen mit Trauschein am Herd, heterosexuellen Schwulen und Türken, die für ein geschenktes Moped liebend gern Ihre Lungen im Bergwerk ruinieren.

 

Parfümierter Reis mit Sarrazin Geschmack

Das Rezept für Verkaufserfolge von „gesellschaftskritischen“ Büchern in Deutschland ist in etwa so aufwändig wie Apfelschorle. Der Anteil pseudo-wissenschaftlicher Aussagen ist variabel, die Leserschaft mag es aber gerne fruchtig-herb.

Akif Pirinçci (Pirinç = türkisch für Reis / Pirinçci = jemand der Reis bereitstellt/liefert) hat es in meine Glosse auf KochDichTürkisch geschafft – nicht wegen seinem nahr- und schmackhaften Nachnamen, sondern weil wir es nicht mehr hinnehmen werden, dass diese sogenannte Achse(l) des Guten, ihren penetranten Geruch von intellektuell verklärtem Hass und Intoleranz über dieses Land legt.

Als gebürtiger Türke Herr Pirinçci, kennen Sie jeden einzelnen von uns ja persönlich und haben natürlich die Einzelanalysen entsprechend in Ihre zusammengefassten Aussagen einfließen lassen.

Sie müssen es ja wissen, Sie werden das ja wohl sagen dürfen. Quasi ein Türkenwitz von einem Türken erzählt. Stört doch auch keinen.

Hier mal einer von mir: “Erzählt der Pirinçci dem Sarrazin einen Türkenwitz. Wer lacht? Der Verlag…”

 

Ist Gut das neue Schlecht?

Hallo lieber Gutmensch.

Schön, dass Sie noch da sind und sich die Zeit für mich genommen haben, trotz des schonend gegarten Bulgur auf dem Herd und dem türkischen Tee aus einem weiblich geschwungenen Teeglas in der Hand.

Bleiben Sie standhaft.

Offen für jede Form von Kultur und Eigenheit zu sein, Solidarität und Anerkennung für jeden gelten zu lassen, sind wertvolle und menschliche Eigenschaften von Ihnen und mir. Das hier stehen wir gemeinsam durch.

 

Wir sind „Deutschland von INNEN“.

pirincci

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