yosef_ei-w-04Um den Einstieg kurz zu halten: Einem nicht unerheblichen Teil von uns Turko-Deutschen macht Weihnachten Spaß. Dabei feiern wir es nicht einmal, oder?

Diese Frage könnte sich auch das Schaf gestellt haben, dass mich verwundert im Streichelgehege auf dem lokalen Weihnachtsmarkt ansah, während es von meiner kleinen Tochter gefüttert wurde. So nach dem Motto: „Was will der denn hier? Opferfest war doch schon.“

Ja, war schon. Und keine Sorge liebe Abendländer, der Weihnachtsmarkt wird auch nicht irgendwann zum Fastenmarkt werden. Wäre ja auch schwierig dort dann Umsatz zu generieren.

Also volle Konzentration auf Weihnachten, dem Fest der Liebe zum Konsum, liebevoll zu Tode erhitzten Weinaromen und Schneedekorationen überall – unglücklicherweise bei 11 Grad Außentemperatur.

Ist denn nichts mehr heilig?

Können Türken überhaupt Weihnachten? Durchaus berechtigte Frage, denn allein die Existenz von bauchigen und bärtigen alten Männern in der türkischen Community dürfte nicht ausreichen.

  • Weihnachtsdeko in der Dönerbude? Alle Jahre wieder.
  • Kurabiye mit Spekulatius Aroma? Klingt wie „türkische Pizza“.
  • Christliche Feiertage auch für muslimische Türken an Weihnachten? Erwischt…

Der Großteil der in Deutschland lebenden Nicht-Christen, respektiert das Weihnachtsfest und „nimmt es gerne mit“, genauso wie es die große Gruppe der nicht-religiösen aber dennoch christliche Traditionen auslebenden Bio-Deutschen macht.

Dabei machen wir es aber durchaus Alaturka.

Die Bulgur_isierung des Abendlandes

Das mit dem Alaturka, macht dann auch nicht vor der Füllung des Geflügels halt, das bei den traditionellen Weihnachtsessen der KochDichTürkisch Familie im Ofen landet.

Hierbei wird auch mal Bulgur in das Innere des Vogels integriert und mit allerlei deutsch-türkischen Gewürzen kombiniert. Bildlich gesprochen wünscht der Kümmel dem Zimt „Iyi Noeller“ – also frohe Weihnachten und das alles in einem in Deutschland aufgewachsenen Federvieh.

Und was genau will uns der Autor damit sagen?

Weihnachten (das Ramazan- und Opferfest übrigens auch) kann trotz individueller Umsetzung und Tiefe, gleichzeitig verbinden. Nicht nur Aromen, sondern auch Menschen.

Mit „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ im Fernsehen und großen Kinderaugen bei kleinen Geschenken.

Auf die Menschen, die hier zusammen leben und feiern sollten wir uns besinnen. In diesem Sinne… Besinnliche Weihnachten!

Auch dem Schaf auf dem Weihnachtsmarkt.

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