Was les ich da in der Rheinischen Post? Der Döner-Krieg in Düsseldorf Unterbilk ist ausgebrochen? Gibt’s ja gar nicht?! Also lese ich den Artikel und verschwende 3,5 Minuten meines Lebens.

iskender döner

Ein echter İskender Döner wie er in der Türkei serviert wird.

Der Döner ist gar kein Döner

Im Artikel geht es um 3 türkisch-deutsche Jungs aus Berlin-Kreuzberg die vor einiger Zeit den berühmt berüchtigten Gemüse-Döner in die Landeshauptstadt brachten. Qualitativ vollkommen in Ordnung und für die Veggie-Trendies ein gefundenes fressen. Aber im Grunde ist das gegrillte Gemüse in der Fladentasche kein Döner! Ein Döner Kebap bedeutet aus dem türkischen übersetzt „drehendes gegrilltes Fleisch“ und wurde geschichtlich gesehen in Bursa/Türkei erfunden. Geschichtete dünne Fleischscheiben auf einem Spieß, dazwischen Hackfleisch um es zu stabilisieren. Langsam gegrillt und serviert in einem flachen gewickelten Lavaş-Brot mit ein wenig Zwiebeln. Alternativ gibt es noch der Iskender-Kebap für den gediegenen Fleisch Genuss. Laut deutschem Döner-Reinheitsgebot darf man max. 60% Hackfleisch verwenden, daher musste so manch Döner-Bude ihre Speisekarten ändern und es in „Hackfleischspieß nach Döner-Art“umbenennen. Also Gemüse-Döner ist nicht gleich Döner. Aber die Umgangssprache hat ihre eigenen Regeln…  Läuft!  Kommen wir zum Artikel.

Die Henne oder das Ei?

Ein zentraler Satz des Artikels:
„Burak ist sauer auf Suleyman und Erkan.“
Tja – der Cousin hat nach erfolgreiche Gründung der ersten Bude einen eigenen Laden ein paar Meter weiter eröffnet. Als Konkurrenz. Unglaublich! Was soll man dazu sagen? Dann will ich demnächst auch bei jeder Burger King Eröffnung in Nähe eines McDonald’s Restaurants einen tiefgehenden Artikel dazu lesen. Die Eigenart in der Nähe die gleichen Produkte anzubieten ist so alt wie der Handel. Die Türken haben  schon ein schnelleres Händchen dafür, aber meiner Ansicht nach ist es einfach gesunde Konkurrenz.
Die Graf-Adolf-Str./Düsseldorf mit drei Baklava-Konditoreien (Damla, Altın und Güllüoğlu) oder der Döner-Weltkrieg am Busbahnhof/Hauptbahnhof (Saray, yedegör, Hünkâr, Doy doy etc.).Übrigens ist der Ableger von yedegör in der Graf-Adolf-Str. denegör. Mich würde mehr interessieren wer denn wirklich gute Qualität macht und nicht wer was über wen petzt. Tiefst boulevardẹsker Journalismus in der RP!
Notiz: Meine persönlicher Geheimtipp ist übrigens der selbst handgesteckte Döner an der S-Bahn-Haltestelle Wehrhahn (nur freitags).

„Kauft euch ne Tüte Deutsch“

Was mich aber wirklich am Meisten aufregt ist die Schreibweise des Artikels. Es wird die Straßensprache nachgeahmt und man fühlt sich mehr in einer Klatsch-Presse als in der renommierten Stadtzeitung. Was soll das?
Buraks Frau macht außerdem köstlichen Milchreis. Den haben Suleyman und Erkan eben nicht. Aber orangene Pullis und ein großes Schild. Das hat Burak gemalt, sagt Burak. Demnächst bekommt er eine Leuchtreklame, er will mehr werden.
„Da krieg ich voll Plack von!“ sagt der Rheinländer. Es ist nicht diese vordergründige Kanak-Sprache, sondern eher das zwischen den Zeilen. Die Jungs geben sich Mühe, rackern bestimmt sieben Tage die Woche, sind selbstständig, schaffen Arbeitsplätze, zahlen Steuern und dann wird das auf dei Schippe genommen. Das nervt!  Liebe RP, kauft euch ne Tüte Deutsch! Das hat man uns Bio-Türken immer zugeworfen, wenn wir Rechtschreib- oder Grammatik-Fehler gemacht haben. Bitte bleibt seriös. Mehr Zitate kann ich hier nicht posten, lest selbst den Artike und die Kommentare.
Zitat aus Kommentaren: „Nach dem lesen dieses Artikels fühle ich mich dümmer. Danke, RP.“

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